Wer+Wie+Wo

So arbeite ich…

Zentrales Thema meiner Arbeit ist der Mensch, in der Realität, in seinen Rollen und in der Wirklichkeit einer Parallelwelt. Mich reizt die Vielfalt an Stilrichtungen, von naturalistisch bis karikierend. In Experimenten mit unterschiedlichsten Materialien finde ich immer neue Ausdrucksformen. Idee, Körpersprache, Mimik und Material bedingen sich in meinen Arbeiten dabei wechselseitig und bilden eine Einheit.

Meinen Plastiken, Objekten und Bildern liegen oft Geschichten, immer aber für mich interessante Themen zu Grunde.

Ich bin Autodidaktin und gestaltete mir meine individuelle Ausbildung nach den Herausforderungen die sich mir stellten oder die ich suchte. So ging ich in die Lehre bei Bildhauern, Malern, Grafikern um Techniken und Materialien kennen zu lernen. In Seminaren bei Tänzern und Pantomimen erweiterte ich mein Wissen um Anatomie, Bewegungsablauf, Körpersprache und mimischen Ausdruck.

Referenzen

Ausstellungen
(wichtigste Einzel- und Gruppenausstellungen)


Auszeichnungen

1998 Max-Oskar-Arnold Kunstpreis, Neustadt/Coburg
2001 Prize for Innovation, Wachtanoff Gallery, Moskau, House of Artists
2001 Max-Oskar-Arnold Kunstpreis, Neustadt/Coburg


Presseartikel

Das neue Leben der Bücher - Ausstellung in der wissenschaftlichen Bibliothek "Bipontina", Zweibrücken: … Christel Hartz verblüfft und amüsiert mit ihrer Buch-Objektkunst. Wer den Begriff "Buchkunst" liest, stellt sich unwillkürlich Illustrationen in gebunden Druckwerken vor. Steht er dann vor den Arbeiten von Christel Hartz, wird er zunächst verblüfft sein. Denn die Künstlerin hat Buchkunst sehr wörtlich genommen.

Gleich im Eingangsbereich stößt man auf große Collagen, deren genaue Betrachtung lohnt. Das Werk "Leserliches im Rahmen gehalten" setzt sich aus vielen Elementen zusammen, die C.H. bei ihrer Arbeit übrig behalten hat: Papierschnipsel, Textfragmente, kleine Kügelchen oder Teile von Einbänden fügen sich zu einer spannenden Komposition.

Ähnlich agiert sie in dem Werk "Opus III", in dem Papierstreifen verflochten sind. Eine abenteuerliche Mischung aus alten und neuen Schriften, Cartoons von Loriot und Wilhelm Busch, modernen Werbetexten und Schnittmusterbogen. Was soll man davon halten? Vielleicht fragt man die beiden Zeitungskritiker, die C.H. aus ihren gedruckten Meinungsäußerungen geformt hat. "Ansichtssache" ist der Titel des Duos, das den Betrachter erstmals schmunzeln lässt.

Wer den Weg weiter in den Bibliotheksraum geht, bleibt sicherlich in heiterer Stimmung. Denn die Künstlerin hat sich hier mit viel Humor an die Arbeit gemacht und ebenso witzige wie tiefgründige Kunstwerke geschaffen. Grundlage hierfür sind jeweils echte Bücher. Die werden beschnitten, eingefärbt, es werden filigrane Elemente eingefügt oder Malereien auf den Seiten angebracht.

Jedes dieser Bücher bearbeitet ein bestimmtes Thema, das Hartz mit Ironie und hintergründigem Witz überzeugend realisiert. Daneben gibt es Papierskulpturen von Dichtern und deren literarischen Figuren und einige Reliefs aus unterschiedlichen Materialien. Vom Inhalt ganz abgesehen, beeindruckt die handwerkliche Ausführung und die große Liebe selbst zum kleinsten Detail.

Inhaltlich fesseln die Objekte auf jeden Fall. Sie stehen inmitten des ehrwürdigen Bestands der Zweibrücker Landesbibliothek und bilden einerseits einen deutlichen Kontrast dazu, andererseits harmoniert die Thematik der Arbeiten durchaus mit der sie umgebenden Literatur. Da findet man die Figur von Friedrich Schiller oder dessen Schriftstellerkollege Adalbert Stifter. Ein russischer Reiseführer informiert über "Samarkand", diverse Reclam-Klassiker werden zusammengefasst, ein Liebesroman wird zur "Rostlaube". Selbst "Zwischen den Zeilen" zu lesen wird ermöglicht. Unzählige ausgeschnittene Textzeilen wurden in einem Rahmen angeordnet. Doch nicht mit ihrer Fläche nebeneinander, sondern vertikal wie die Seiten eines Buches. So kann man tatsächlich einen Blick zwischen die Zeilen werfen. Letztendlich wird der Schriftsteller zum Magier, der seine literarischen Ergüsse aus einem Zauberhut zieht, wie eine putzige Figur beweist.

Es scheint fast, als würde Christel Hartz den sonst leblosen Büchern echtes Leben einhauchen. Der Prozess, der normalerweise erst bei der Lektüre im Kopf des Lesers beginnt, wird in den Kunstobjekten unmittelbar. Gleichzeitig ist diese Bildhaftigkeit bereits eine sehr subjektive Interpretation, die versucht, den Betrachter auf die Denkweise der Künstlerin einzustimmen. Ein Vorhaben, das durch und durch gelungen ist.
"Die Rheinpfalz" vom 20.10.2014
Stefan Folz

…Die in der Papierkunst beheimatete Christel Hartz zeigt mit Farben, Modelliermasse und vielen Kleinmaterialien zu farbigen Kunstobjekten umgestaltete Bücher, aus Form und Farbe geborene Leporellos, sowie Objekte, die ihre kleinen Geschichten ohne große Worte erzählen.

Etwa die der Hochs und Tiefs des Lebens, die anschaulich umgesetzt wurde in einer Installation aus einzelnen Buchstaben, die wie ein Mobile über einem aufgeschlagenen Buch baumeln. In die bündelweise miteinander verbundenen Buchseiten wurde eine Mulde geschnitten, in der sie ein kleines, tiefgründiges Papierarrangement mit Händen, Haus, Baum, Krone und Treppenstufen eingestellt hat…

So vermitteln ihre geschnitzten, verklebten, mit Farbe und vielfach mit kleinen Figuren bestückten Bücher in erster Linie auch Gefühle und Stimmungen, die sich über die Anschauung vermitteln. Es geht um Reiseerzählungen, um Romangeschichten und um menschliche Beziehungskisten, aber auch um Freude am Experimentieren. Und die zeigt sich nicht zuletzt in ihren Bildern aus Schnitzabfällen und unterschiedlichen Materialien, die in ihren warmen Erdfarben archaisch anmuten.
Saarbrücker Zeitung
Brigitte Quack
zur Ausstellung Buchkunst/Kunstbuch

… klein und eher unspektakulär kommen die Papierplastiken von Christel Hartz einher. Doch bei näherem Betrachten offenbaren sie so viel hintergründigen Humor, dass man sich an ihnen ungemein erfreuen kann.
Da gibt es etwa die "Insitutionisten": eine farblose, blasierte Dreiergruppe von schnieken Herren. Deren zu kleinen Melonen scheinen geradezu das Hirn zu verlängern und aus den Schädeln Eierköpfe zu machen; der Melonenrand erinnert an einen Heiligenschein und lässt die Herren als die Besserwisser erscheinen, die in so manchen Ämtern anzutreffen sind. Dass dann noch die Hände fehlen, ist ebenfalls ein wohl durchdachtes Detail, das die Drei als untätige Symbolfiguren entlarvt.
"Schräge Vögel" überschreibt Christel Hartz ihre Ausstellung in der Handwerkskammer. Neben humorvoll verunglimpften menschlichen Wesen sind auch Vögel unterschiedlicher Art zu sehen. Etwa der farbenfroh karierte Hahn "Hugo der Verruchte", der die elegant Ente "Marylin" mit gierigem Blick anvisiert. Oder kleine schwarze Vogelwesen mit langen, orangefarbenen Schnäbeln, als "Piep-Show" in den verschiedenen Abflugstadien.
Sie alle tragen menschliche Züge und werfen jenseits ihres witzigen Hintergrunds Gestaltungsfragen auf. Fein und filigran sind sie ausgearbeitet, mit Köpfen, die an feines Porzellan erinnern. Doch sind alle Plastiken aus dem gleichen Material geformt, den unterschiedlichsten Papierarten, von der groben Wellpappe über Papiermaché bis zum handgeschöpftem Papier.
außergewöhnlich - unüblich – sehenswert …
Saarbrücker Zeitung
Brigitte Quack

… sie hat stets den Menschen im Visier, versucht seine Haltung, Gestik, Körpersprache zu erkunden. Ihre "Plaudertaschen", rundliche Frauenfiguren, sind aus Telefonbuchpapier gestaltet, denn schließlich hängt das ausgewählte Papier von dem zu gestaltenden Thema ab. Die "Ordnungshüter" hat sie ganz passend aus den Seiten des DGB geformt, und ihre "Institutionisten" kommen in grauer Wellpappe einher, die ebenso schwer beweglich ist wie die drei grauen Herren.
Die Figurenunikate erzählen von menschlichen Eigentümlichkeiten als "Schräge Vögel". Mitunter finden sich auch wirkliche Vögel unter ihren plastischen Werken, sowie poetische Mischwesen wie die "Seidenschwanztänzer" und die "Bürtzelchen". Auch hier sind die Gesichter sehr ausdrucksstark, Körperhaltung und Gesten genau kalkuliert und die Outfits bis ins kleinste Detail durchdacht. Und alle kommen sie in einer großen spielerischen Leichtigkeit einher …
Saarbrücker Zeitung
Brigitte Quack

... Sie modelliert mit Papier in allen Variationen, reißt und verklebt in Fetzen in einem zeitaufwendigen Arbeitsprozess, rollt Wellpappe oder schichtet Zeitungspapier. Die Gesichter sind teils angedeutet, teils aus Ton mit prägnanter Mimik ausgestattet. Mit treffenden Posen stellt die Künstlerin ihre genauen Kenntnisse der Anatomie und menschlicher Befindlichkeiten unter Beweis. Sie führt lästerliches Geschwätz ebenso vor wie lächerlichen Dünkel in der Figurengruppe „Das Gerücht“.
Witzig sind auch ihre Märcheninterpretationen, seien es die Bremer Stadtmusikanten in Dosen oder die Fortsetzung von Rapunzel mit schwangerem Bauch. Skurril mutet die Figurengruppe „Furiosa contra Harmonia“ an, bei der Geige, Trompete und Trommel mit Händen und Füßen und in bunten Farben ein fast schon surreales Eigenleben entfalten.
Frankfurter Rundschau
Regine Seipel

... Meist aus gerissenem Japanpapier, erscheinen sie gleichermaßen gewachsen in immer noch sichtbaren Schichten und verletzlich in ihrer nicht verheilten Oberfläche. Es gibt zauberhafte Motive wie die an frivole Schäferszenen anknüpfenden Paar-Konstellationen. Aber es gibt auch maliziöse Darstellungen in der Tradition von Honoré Daumier oder Andreas Paul Weber – die Vierergruppe „Lotteradel“ oder die fünf Figuren von „Das Gerücht“, in deren in Ton modellierten Gesichter menschliche Gemütszustände wie Arroganz, Griesgrämigkeit oder Schadenfreude eingekerbt sind.
Das Duo „Ansichtssache“, das dem Kritiker mit der Lupe und dem Reporter mit dem Fotoapparat gewidmet ist, wurde aus vielfarbigem Zeitungspapier geformt und erinnert an Neugier und Distanz, zwei notwendige, aber nicht überall sympathisch aufgenommene Berufskrankheiten der Pressevertreter ...
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Jürgen Richter

... Noch abstrakter sind ein Kontrabass und eine Violine mit menschlichen Zügen, oder eine Figurengruppe in Grau zum Thema „Das Gerücht“. Was unterscheidet diese Puppen noch von Skulpturen? ...
Stuttgarter Zeitung

… klein sind die Unkate von Christel Hartz. Klein sind auch die Gesichter, doch sie sprechen Bände. Das ist schon erstaunlich, wie es ihr gelingt, so viel Ausdruck hier unterzubringen. "Das Gerücht" ist eine Gruppe aus Pfarrer, Nonne und drei Weiber, hergestellt aus gerissenem Papier und Modelliermasse. Hier bricht sich sogleich die Fantasie des Betrachters Bahn, und vor seinem inneren Auge bauen sich Szenen und Zusammenhänge auf. Man trachtet danach, die Bigotterie dieser feinen, schwarz gekleideten Gesellschaft zu entlarven.
Ähnlich ergeht es einem bei der Betrachtung anderer Figuren. Sei es nun, dass man sich den "Bürtzelchen", diesen kleinen seltsamen Wesen mit nur drei Zehen, drei Fingern, einem wundersamen Haarschmuck und sonderbaren Flügeln zuwendet. Oder das Ensemble "furiosa" mit seinen "verwesentlichten" Musikinstrumenten betrachtet, alles hat so viel Ausdruck und fordert geradezu dazu auf, sich seine eigene Geschichte zu erfinden ….
Saarbrücker Zeitung
Fr. Bredel